Gesichter Mettenhofs

Joao De-Lemos

Ein neues und interessantes Gesicht in Mettenhof ist das von Joao De-Lemos. Joao lebt seit ca. zwanzig Jahren in Deutschland und davon fast zwölf Jahre  in Mettenhof.

Damit ist sein Gesicht eigentlich nicht neu. Aber sind wir mal ehrlich, wir kennen ihn trotzdem nicht. Vielleicht sind wir uns schon begegnet beim Einkaufen, auf der Straße oder beim Arzt. Doch wir haben nicht aufeinander geachtet.

Joao_De-Lemos

 

Dabei ist Mettenhof voll von Menschen, die interessant sind, weil sie aus den unterschiedlichsten Ländern kommen und alle eine Geschichte zu erzählen haben.

Darum bin ich froh, dass Joao im st@rtbüro war, um Bewerbungen zu schreiben. Dort ist er mir aufgefallen. Ich habe ihn angesprochen, weil ich gerne ein Interview mit ihm führen wollte. Weil Mettenhof so bunt ist, was seine Bürger angeht, lohnt es sich bestimmt es auf mettenhof.de zu übertragen. Wenigstens dort lernt man einige Mitmenschen ein bisschen kennen.

Joao De-Lemos kommt aus Angola. Als Kind kam er aus diesem Land mit seinen Eltern nach Deutschland. Hier erlernte er den Beruf eines Mechanikers. Zurzeit ist Joao arbeitsuchend. Er ist bereit jeden Job anzunehmen, weil er nicht vom Jobcenter abhängig sein möchte.
Seine Frau, die aus dem afrikanischen Land Benin stammt, arbeitet als Friseurin in Kiel. Sie wurde hier nachgeschult. So ist eine tolle Symbiose entstanden, denn sie konnte die afrikanische Frisierkunst mit einbringen.

Joao De-Lemos dümpelt nicht einfach in den Tag hinein. Trotz seiner momentanen Arbeitslosigkeit ist er umtriebig. Im Augenblick versucht er Kontakte zu Herstellern von Produkten zu finden, deren Waren man in Angola vertreiben könnte. Er selbst könnte Vermittler sein, da er sich in dem Land auskennt und die Sprache beherrscht. Er lebt gerne in Deutschland, kann sich aber auch vorstellen, dass er später zwischen den Ländern pendeln wird, falls seine Geschäftsidee funktioniert.

Seine Eltern sind inzwischen aus Kiel weggezogen. Joao ist hier geblieben, weil er auch in Mettenhof gerne lebt. Seiner Meinung nach hat sich Mettenhof in den letzten Jahren sehr zum Vorteil verändert.

Ich fragte Joao, ob ihm hier bei uns schon Rassismus begegnet sei. Leider ja, sagte er mir, doch nicht als offene Konfrontation, sondern eher versteckt und unterschwellig. Was er sowieso noch nie verstanden hat, ist die Aussage von Mitmenschen „die nehmen uns die Arbeit weg“. Er würde zur Zeit jeden Job annehmen, auch die Jobs, die sonst keiner machen möchte.

Außerdem sagt Joao, dass Gott auch die Blumen bunt erschaffen hat und das gelte auch für Menschen. Daran hält er fest, weil er ein gläubiger Christ ist.

Wir von der Redaktion mettenhof.de wünschen Joao, dass er schnell wieder einen Job findet und dass er mit seiner Familie ein zufriedenes und glückliches Leben führen kann.

Text und Foto: Heidi Venker, Redaktion mettenhof.de
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