Neuer Kunstkatalog erschienen

 

„...entgrenzt...“

 

Zu der zweiten Sonderausstellung der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein erschien am 19. Januar 2015 der lang ersehnte Kunstkatalog mit dem Titel "...entgrenzt...". Zur Vorstellung des Kataloges luden dazu Herr Dr. Brandes-Druba, Geschäftsführer der Sparkassenstiftung, Frau Dr. Dörte Beier, Kuratorin der Ausstellung und Frau Dagmar Rösner, Redaktion des Bestandskataloges, die Künstler und Autoren sowie Kunstinteressierte ein.

 

Cover Kunstkatalog Vorderseite 

Dr. Bernd Brandes-Druba

 

Herr Dr. Brandes-Druba

 

In seiner Eröffnungsrede und auch im Vorwort des ersten Kunstkataloges ging Herr Dr. Brandes-Druba auf die Historie der Sammlung, die in den 1980ern und 90ern Jahre begann und seit 1996 in der neu gegründeten Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein kontinuierlich fortgesetzt wurde, kurz ein. Besondere Erwähnung fand dabei auch der Nachlass des Künstlers Ernst von Domarus, dem auch die nächste Ausstellung vom 16. Februar bis zum 08. Mai 2015 im Foyer der Sparkassenstiftung Faluner Weg 6 gewidmet ist. Einblicke in den Fundus der Stiftung zu erlangen und der Öffentlichkeit preiszugeben, ist nicht nur ein besonderes Anliegen, sondern auch die Möglichkeit, den ein oder anderen Kunstschaffenden und dessen Werke an diesen Abend näher kennen zu lernen.

 

Mit ihren rund 1500 Arbeiten stellt diese Sammlung eines der bedeutenden und zeitgenössischen Werkssammlungen im Norden dar. Zu den neuesten Nachrichten aus der Kunstwelt äußerte sich Brandes-Druba indessen gegen Verkäufe aus dieser Sammlung, indem er es vehement verurteilte, dass sich andere Häuser mit solchen Verkäufen damit bereichern oder ihre Lücken stopfen und somit unweigerlich Werke verloren gehen, die eigentlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen.

 

Damit setzte er das eigentliche Ansinnen dieser Stiftung in den Vordergrund: Der Öffentlichkeit einen Zugang zu der Welt der Künstler und ihren Kunstwerken zu verschaffen und deren Ideen und Gedanken zu vermitteln. Darüber hinaus kann ein Diskurs angeregt werden, die dem Schaffenden und dem Betrachter der Werke zu neuen Sichtweisen oder auch zu einer tiefergehenden Orientierung verhelfen. Anregung, neue Betrachtungsweisen und Weiterentwicklung sind dabei die geistigen Früchte die man dadurch erntet.

 

50 Werke die in der letzten Ausstellung "...bewegt..." und in der jetzigen Ausstellung "...entgrenzt..." in zwei Katalogen präsentiert worden sind, werden auf jeden Fall nicht die Letzten sein. Eine weitere sei schon in Planung, über das Motto würde man sich noch beraten, verspricht Brandes-Druba zum Ende seiner Rede, bei der er sich bei allen bedankt, die es möglich gemacht haben diesen Kunstkatalog mit herauszubringen.

 

Frau Dr. Doerte Beier und Dr. Bernd Brandes-Druba

 

Fr. Dr. Dörte Beier und Hr. Dr. Brandes-Druba

 

Fragment von Eberhard Oertel

 

 

„Fragment“ von Eberhard Oertel

 

 

Den thematischen Schwerpunkt dieser Ausstellung und des Kataloges erläuterte in ihrer Laudatio, Frau Dr. Dörte Beier, an einigen ausgesuchten Werken sehr ausführlich und einfühlsam. Das Ausloten von Grenzen - deren Überschreitung, Auflösung und Neukonstruktion - bildet den thematischen Schwerpunkt dieser Ausstellung unter den Namen "...entgrenzt...". In ihrer vorabgehenden Betrachtungsweise über das Thema "...entgrenzt..." erklärt sie, in welchen Bereichen diese Grenzen bzw. Barrieren auftreten und vorkommen können.

 

Atif Gueluecue mit Seelenklang

 

Atif Gülücü vor „Seelenklang“

 

Elefant von Johannes Brus

 

 

„Elefant“ von Johannes Brus

 

So können sie als gedachte, unausgesprochene oder körperlich vorhandene Grenzen existieren. Sie verlaufen dabei zwischen gesellschaftlichen Gruppen oder öffentlichen und privaten Bereichen und bestimmen über Teilhabe oder Ausschluss. Grenzen können als Beschränkung von Einfluss oder aber als Freiheit wahrgenommen werden und ihre Aufhebung als Verlust von Schutz in einer zunehmend überschaubaren Welt. Das sich Grenzen verändern ist in der Historie der Erdgeschichte belegt und des öfteren ausführlich beschrieben worden. Dies betrifft nicht nur die Verschiebung von Landmassen, sondern auch die Kultur und Kunst in der Menschheitsgeschichte. Viele Kulturen sind untergegangen, aber auch Neue entstanden. So auch in der Kunst. Handel, Krieg oder Entdeckungsreisen sind einige Facetten von Grenzüberschreitungen die in den letzten Jahrtausenden die Kultur- und Kunstgeschichte ausschlaggebend verändert bzw. Einfluss auf die Vorhandene gehabt haben.

 

Maxim Brandt vor Matrjoschka

 

Maxim Brandt vor „Matrjoschka“

 

ohne Titel von Uwe Paduck

 

 

„o. T.“  von Uwe Paduck

 



 

Einschnitt von Jochen Proehl 

 

„Einschnitt“ von Joachim Pröhl 

 

In dieser Ausstellung sind die Grenzen bis auf wenige Ausnahmen nicht im allgemein gebräuchlichen Sinne als territoriale Trennungslinie zu verstehen. Und auch nur in wenigen der hier gezeigten Gemälde, Grafiken, Fotografien und Plastiken beziehen sich die Grenzen sich auf das Überschreiten von Trennungslinien zwischen den unterschiedlichen Kunstgattungen. Hier werden überwiegend Werke präsentiert, die auf unterschiedliche Weise sichtbare und unsichtbare innere und äußere Grenzen aufzeigen - Grenzen, die nicht nur auf der inhaltlichen, sondern vor allen auch auf der künstlerischen Ebene überschritten werden. Respekt, Toleranz aber auch Missachtung gegenüber dem Künstler, sind dabei die Barometer der Gesellschaft.

 

Christian Egelhaaf vor Fotografie

 

Christian Egelhaaf vor Fotografie

 

Anonymes und rätselhaftes, Dialoge mit der Architektur, Grenzen zwischen Leben und Tod, Utopien von Frieden, die Aufzeichnung von körperlichen Grenzen, die Unendlichkeit des Weltalls oder auch die Ausgrenzung einer Gesellschaft sind nur einige der interessanten Themen denen sich die Künstler unter dem Motto "...entgrenzt..." verpflichtet haben.

 

Nicht nur die Kunstwerke von Künstlern von A wie Abraham, Kerstin bis Z wie Zaimoglu, Feridun waren an diesen Abend zu sehen. Trotz widriger Wetterbedingungen hatten es einige der hier ausgestellten Künstler geschafft, an diesem wunderbaren Event teilzuhaben. In der angenehmen Wohlfühlatmosphäre war außerdem der Rahmen geschaffen für Gespräche und Diskussionen zwischen den Künstlern und Gästen.

 

Regine Bonke vor Rotem Winkel

 

Regine Bonke vor „Roter Winkel“

 

June von Claudia Spielmann

 

 

„June“ von Claudia Spielmann

 

Die Ausstellung selbst ist im Foyer des Sparkassen- und Giroverbandes Faluner Weg 6 für Besucher werktags zwischen 9:00 und 16:00 Uhr noch bis zum 31. Januar 2015 zu sehen. Einige Kunstwerke, die sich in den Sitzungs- und Arbeitsräumen des Verbandes befinden, können allerdings jeweils nur nach Absprache mit Vertretern der Sparkassenstiftung Schleswig-Holsteins besichtigt werden (www.sparkassenstiftung-sh.de).

 

ohne Titel von Joachim Rohfleisch

 

„o. T.“ von Joachim Rohfleisch

 

Gruenes Blumenbild von Anne Staszkiewicz

 

 

„Grünes Blumenbild“ von Anne Staszkiewicz

 

Der Eintritt ist frei. Sämtliche Kunstwerke im Besitz der Sparkassenstiftung und des Sparkassenverbandes können im Internet unter www.museen-nord.de eingesehen werden.

 

Den Katalog kann man für 10,00 Euro, bei Versand für 12,50 Euro, erhalten.

 

Text und Fotos: Wilfried Likuski, Redaktion Mettenhof.de 

 

 

 

 

 

 

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