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Bericht: Künstlergespräch mit Atif Gülücü

SEELENKLANG  

 

Künstlergespräch mit Atif Gülücü in der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein

 

Schon seit vielen Jahren lädt die Sparkassenstiftung zu ihren Künstlergesprächen ein. Eine besondere Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf die hiesigen Künstler aus Schleswig-Holstein. Am Donnerstag, den 06. März 2014 um 18:00 Uhr eröffnete Frau Gabriele Bremer den Abend mit ihrer Laudatio und stellte den Künstler Atif Gülücü und dessen Werk vor. 

 

 Frau Beier Frau Bremer Herr Atif Gueluecue

 

 Frau Dr. Dörte Beier, Frau Gabriele Bremer, Atif Gülücü

Atif Gueluecue vor Daphnes musikalischer Blick I II

 

Atif Gülücü vor "Daphnes musikalischer Blick I + II"

 

Mit Anekdoten aus seiner Jugendzeit führte der Künstler dem kunstinteressierten  Publikum seinen Zugang zum Bereich der Künste ein. Ursprünglich sollte er den Beruf des Automechanikers erlernen, wo er aber nach kurzer Zeit seine Liebe zur Schriftenmalerei entdeckte. Die Jahre darauf entwickelte er sich immer weiter. Mit dem Hang zur Dichtung, Mythologie und Musik die er auf sich wirken läßt, fließen spezielle Elemente in seine Werke ein. So entstanden seine Gemälde und Papierarbeiten, von denen hier einige Arbeiten vorgestellt werden.

 

Mit „Seelenklang“ wählte der Künstler einen Titel für diese Ausstellung, in denen er seine tiefen inneren Gefühle mit den Seelenklängen der Außenwelt in Einklang bringen möchte. Die Ausstellungsführung übernahm anschließend Frau Dr. Dörte Beier. Bei dem Gemälde „Seelenklang“ schildert Atif Gülücü ausführlich seine Liebe zur Harmonie in Verbindung mit Musik und Malerei, indem er die Zuhörer an der Reise eines Regentropfens bis zum Meer mitnimmt und an seinen Gefühlen dabei teilhaben läßt. Seinem inneren Klang folgend arbeitete er so lange an diesem Werk, bis es ihn in den Arm nahm. Mit diesen surrealen Gedanken im Kopf ging es weiter zu seiner Serie „New Cover“.

 

Aus der Serie New Cover

 

Aus der Serie "New Cover"

 

Einzelbild aus der Serie New Cover

 

Einzelbild aus der Serie "New Cover"

 

Die Serie „New Cover“ gehört in die Gegenständliche Malerei. Die expressionistischen Momente, die in diesen übermalten Covern hervorbrechen, sind Seelenportraits die durch das Hinzufügen entstanden sind. Diese Technik der Malerei, Palimpsest genannt, lebt von den Umwidmungen von den ursprünglichen Bedeutungen. Nur durch das Hinzufügen entsteht der Eindruck einer fast vollkommenen Harmonie und nur Gülücü selbst weiß, welchem Stück auf dieser LP, die auch noch in dieser Hülle steckt, er diese Umwidmung gegeben hat. Dem Betrachter bleibt somit nur eine leise Ahnung und ein genaues Hinschauen, welcher Musiktitel den Künstler inspiriert hat, um diesem Cover eine neue Seele einzuhauchen.

 

„Jedem Tag ein neues Fenster“ ist eine Serie von kleinformatigen Ölgemälden in denen skizzenhaft Notizen über ein ganzes Jahr als ein Tagebuch erscheinen lassen. Die beiden Gemälde „In Memoriam Otto Flath I + II“ sind eine Referenz an den Künstler und Bildhauer Otto Flath, mit dem er 6 Monate zusammen arbeitete und einen intensiven Kontakt gepflegt hatte.

 

Jeden Tag ein neues Fenster

 

Jeden Tag ein neues Fenster

 

In Memoriam Otto Flath I II

 

In Memoriam Otto Flath I. + II.

 

Gülücü versucht in diesen Gemälden die Spuren zu suchen und die Gedanken von Otto Flath nachzuempfinden, die auch unseren Künstler im Nachhinein in seinem Wirken stark beeinflußt haben. Das symbolhaftige Sparkassen-S dient Gülücü als Plattform für seine Installation „Von der Wurzel der Idee zur Blüte“. Neben der Verwertung von Holz und Metall, wurden auch Plakate und Broschüren der Sparkasse verwendet. Dieses, in 10 Tagen entstandene Werk ist eine Anspielung auf die Beratungstätigkeit, der Dialog zwischen Angestellten und Kunden. Das sogar eine Null am Ende eines kleinen Sparbetrages den Wert um ein Vielfaches steigern kann, ließ der Künstler dabei nicht unerwähnt.

 

Mit „Ein Tropfen Tee auf Papier“ ist nicht nur der Titel gemeint, sondern auch das mit Tee patinierte Papier, auf das er seine Notenzeichen setzen kann. Des Notenlesens zwar nicht mächtig, stellt er paradoxerweise diese -„Seine Noten“ - auf solch ästhetische Art und Weise dar, so das im ersten Moment des Betrachtens einem niemals die Idee kommen würde, dass diese Noten keinen Sinn ergeben, ja sogar falsch sind. Ein Opus der besonderen Art.

 

Fruehlingsmorgen mit Daphne 

 

Frühlingsmorgen mit Daphne

Seine Installation „Ein Duft nach Liebe“ aus Babywindeln, Pappe, Draht und Acryl zeigt die Kreativität mit der Gülücü auch mit alltäglichen Gegenständen umgeht und sie in Szene setzt.

 

Daphnes musikalischer Blick I

 

Daphnes musikalischer Blick I

 

Daphnes musikalischer Blick II

 

Daphnes musikalischer Blick II

 

Eine besondere Beziehung ist er mit Daphne eingegangen. Die aus der Mythologie entstammende schöne Nymphe, die Apoll und auch ihn in den Bann gezogen haben, verwirklicht er in seinen Gemälden schemenhaft mystisch und unsichtbar. Daphne, die unerreichbare Liebe zwischen Himmel und Erde, und die Musik sind ein Elixier, das den Künstler beim Malen trägt, und um sich herum Phänomene entdecken und wahrnehmen läßt. Seine Idee von Musik sind die Empfindungen beim Zuhören, die er in seinen Bildern versucht umzusetzen und den Betrachter zugänglich zu machen. Die Harmonie der Dinge und deren Ausstrahlung, die er schon in früher Kindheit beim Berühren von Bäumen und Pflanzen in sich aufnehmen konnte, gehen in seinen Werken ein. Und ohne Daphne geht nichts, gibt Gülücü ohne Mißverständnis zu.

 

Die folgende Performance leitet Atif Gülücü mit den Worten: „Wissen sie, ich bin ein Kind geblieben“, ein. Dabei entpuppt sich Gülücü auch als ein Meister der Verpackung, hinter der sich ein Geheimnis verbirgt, dass es zu lüften gilt. Mit dem Bildnis von Magrittes „Das ist keine Pfeife“, auf dem unmißverständlich eine Pfeife dargestellt wird, beginnt Gülücü mit der Enthüllung seiner Installation. Die Überraschung kam in Form eines Apfels zu Tage, dessen Existenz anschließend durch eine Verköstigung bestätigt wurde.

 

Performance II

 

Performance von Atif Gülücü

 

Es gibt aber auch noch eine andere Person die in seinem Leben und Werdegang eine Rolle spielt. Fuzuli, einem herausragenden Dichter und Philosophen, rezitierte Atif Gülücü lautmalerisch und voller Inbrunst. Dem vollen und kräftigen Klang der Worte konnten sich die Zuhörer nicht entziehen und dankten dem Künstler nach diesem Vortrag mit einem langen Applaus.

 

Das Geheimnis ist gelueftet

 

Das Geheimnis ist gelüftet

 

Frau Bremer Atif Gueluecue Frau Beier

 

 

Frau Bremer, Atif Gülücü, Frau Dr. Dörte Beier

 

Eine Augenweide ist der entstandene Katalog zur Ausstellung. Es ist die 32. Ausgabe aus der Reihe „Ars Borealis“.

 

Die Ausstellung der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein ist noch bis zum 01. April 2014 im Gebäude der Sparkassenakademie Schleswig-Holstein, Faluner Weg 2, 24109 Kiel, werktags von 09:00 bis 17:00 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

 

 

Weitere Informationen

 

www.sparkassenakademie.com

 

www.sparkassenstiftung-sh.de

 

Text und Fotos: Wilfried Likuski, Redaktion mettenhof.de

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