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50 Jahre Mettenhof - ein Zeitzeuge erinnert sich

Zeitzeuge für die Grundsteinlegung in Mettenhof

„ 50 Jahre Mettenhof"

In diesem Jahr wird Mettenhof 50 Jahre alt. Gefeiert wird dieser Geburtstag gemeinsam mit dem Stadtteilfest am Heidenberger Teich. Vorher wird es auch bereits Aktivitäten im Stadtteil anlässlich des Jubiläums geben.


Es wurde schon sehr viel über Mettenhof und seine Geschichte geschrieben. Alte Fotos kann man in den sozialen Netzwerken massenhaft finden. Darum hat sich die Redaktion mettenhof.de gedacht, sie macht nicht, was viele machen. Sie präsentiert einen Zeitzeugen, der den ersten Grundstein in Mettenhof eigenhändig gelegt hat. Jürgen Florinski, seines Zeichens Maurer, hatte die große Ehre, den ersten Stein in Mettenhof in einem Haus in der Odenseestraße zu legen.

Es war der 22. Juni 1965. Stolz hielt er die Kelle und einen Stein in seiner Hand. Da er es schade fand, dass es keine Kluft für Maurer gab, hatte er seine beste Hose und sein schönstes Hemd angezogen. Auf dem Kopf trug er eine geliehene Melone. Das passende Foto hierfür findet man im Stadtarchiv Kiel.


Nicht nur, dass er den ersten Stein gelegt hat, er hat auch eine kleine Geschichte zu erzählen.

 

 

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Zeitzeuge Jürgen Florinski

 

Heute lebt J. Florinski in Flintbek. Damals, als er auf der Baustelle „Mettenhof" gearbeitet hat, lebte er mit seiner Frau und zu der Zeit noch einem Kind, in Gaarden.


Frau Florinski schob ihren Kinderwagen öfter mal von Gaarden nach Mettenhof, um Ihren Mann von der Arbeit abzuholen. Und da es damals nichts gab, wo die Bauarbeiter etwas zu Essen bekommen konnten, gab sie ihm täglich 24 Scheiben Brot und Tee mit zur Arbeit. Es wurde ja quasi Tag und Nacht gearbeitet.

 

Zu der Zeit gab es in Mettenhof ein Betonwerk, das eigens für die Betonplattenherstellung errichtet wurde. Die Baufirma Möller gehörte damals zu der Arge Montagebau Mettenhof. Heute gibt es diese Baufirma und das Betonwerk nicht mehr.

 

J. Florinski berichtet, dass es zu der Zeit, als er Maurer auf der Baustelle Mettenhof war, nichts als plattes Land rundherum gab. Für ihn und andere Zeitzeugen war es eine spannende Zeit und eine gute zugleich. Dieses Bauprojekt kam für viele Bauarbeiter gerade richtig. Die Arbeitslosenzahlen waren, was den Bau anging, ziemlich hoch. Doch hier konnte nun wieder richtig Geld verdient werden.

 

Dann kamen die ersten Gastarbeiter. Sie kamen aus Ostfriesland und konnten einfach nicht integriert werden. Von den Kieler Arbeitern hielten sie sich fern. Sprachlich konnten sie sich auch nicht verständigen. Darum wurden sie von allen Bauleuten als Gastarbeiter bezeichnet. Sie verschwanden dann auch recht schnell wieder. Aber dann kamen die ersten italienischen Gastarbeiter. Die waren schnell mittendrin. Sie lebten in einer Baracke und konnten dort auch selbst kochen. Es gab sogar jemanden, der sich um sie kümmerte. Es waren 10 Italiener, die man auch hier und da zu deutschen Familien einlud. Sie konnten ja nicht mal so nach Haus fahren. Diese Tatsache sorgte dafür, dass sie schnell integriert waren und es keine Probleme unter den Arbeitern gab. Einer von ihnen hieß Cosimo Longo. Er ist mit auf einem Foto abgebildet, das J. Florinski der Redaktion mettenhof.de zur Verfügung gestellt hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

Alte Fotos 

 

 Mettenhof wird "hochgemauert"

 
Die Ostfriesen hätten sich, was Integration angeht, eine Scheibe von den Italienern abschneiden können, So jedenfalls die Wahrnehmung von J. Florinski.
Weiter erzählte J. Florinski, dass sie das Richtfest Ende 67 in der Ostseehalle gefeiert haben. Auch hierzu gibt es Fotos im Stadtarchiv Kiel.
Damals war J. Florinski 27 Jahre alt. Heute ist er 77 Jahre alt. Anscheinend hat ihm die Arbeit auf dem Bau nicht geschadet. Er sieht gut aus und ist fit.
Wir hoffen, dass es noch lange so bleibt.

Text und Foto: Heidi Venker Redaktion mettenhof.de
Alte Fotos: Gerlinde Schadt

 

 

 

 

 

 

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