Kiel wächst weiter - Mettenhof auch

Höchste Einwohnerzahl seit 1983: Kiel wächst weiter

 

Erster Geburtenüberschuss seit 1969 – Altersdurchschnitt leicht gesunken

 

So hohe Zahlen konnten Kiels Statistiker sehr lange nicht präsentieren: Zum Jahresende 2015 registrierte die städtische Einwohnermeldestelle einen Bevölkerungsbestand von 246.269 – die höchste Zahl seit 1983. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Anzahl der in Kiel gemeldeten Menschen um 3.929, dies ist der größte Bevölkerungszuwachs seit 1951.

Vor allem Flüchtlinge sorgten für den rasanten Anstieg der Bevölkerung im Saldo (mehr Zuzüge als Fortzüge und Abmeldungen). Dementsprechend stieg die Zahl der hier lebenden Ausländerinnen und Ausländer von 21.883 auf 25.763 (plus 3.880), der Ausländeranteil stieg auf 10,46 Prozent. Dies ist ein Höchststand, allerdings liegt Kiel damit nach wie vor deutlich unter dem Durchschnitt westdeutscher Großstädte. Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung am Nordmarksportfeld sind dabei ebenso wie Transitflüchtlinge nicht berücksichtigt, da sie nicht in Kiel gemeldet sind.

 

 

 

 

 

 

 

Nicht nur diese Zahlen der städtischen Statistiker beweisen: Kiel wächst. Dazu beigetragen hat auch – neben der hohen Zuwanderung – der erste Geburtenüberschuss seit 1969. Die Zahl der Geburten überstieg die der Todesfälle um 34. Und Kiel wird dabei sogar immer jünger. Der Altersdurchschnitt der Kieler Bevölkerung ist leicht gesunken auf 41,38 Jahre (minus 0,16).

Die absolute Zahl von 2504 Geburten 2015 ist zudem die höchste seit 20 Jahren. Und auch die Zahl der Geburten pro 1000 Frauen zwischen 15 und 45 Jahren stieg an – weil deutsche Frauen mehr Kinder bekommen (43,9 je 1000 Frauen). Bei den ausländischen Frauen ging der Vergleichswert leicht zurück auf 72,6.

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer: „Es ist eine schöne, aber auch anspruchsvolle Aufgabe, das wachsende Kiel zu gestalten. Besonders freut mich der Anstieg bei den Geburten. Auch deshalb wächst Kiel noch schneller als bislang prognostiziert. Und wir werden weiter wachsen, denn die Hochschulen, die steigende Zahl an Arbeitsplätzen und die hohe Lebensqualität werden auch zukünftig für Zuzug sorgen. Das zeigt aber auch: Der Bau von mehr und bezahlbarem Wohnraum und die Integration der Flüchtlinge sind zentrale Kieler Themen der nächsten Jahre.“

 

 

Auch bei der Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung in den Kieler Stadtteilen ist der vermehrte Zuzug von Flüchtlingen unübersehbar. Am deutlichsten wuchsen sowohl die Stadtteile mit großen zentralen Flüchtlingseinrichtungen (Holtenau plus 790 und Wik plus 504) als auch die beiden Stadtteile mit dem traditionell höchsten Ausländeranteil (Gaarden-Ost plus 652 und Mettenhof plus 290), die beide häufig erstes Zuzugsgebiet für Ausländer in Kiel sind.

Weiterhin auf Wachstumskurs sind auch Meimersdorf und Moorsee, wo es seit einigen Jahren das größte Neubaugebiet der Stadt gibt. Nennenswerte absolute Bevölkerungszuwächse gab es zudem in Neumühlen/Dietrichsdorf, Südfriedhof, Ravensberg und Elmschenhagen. Lediglich Russee, Düsternbrook und Schilksee verloren Einwohner.

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