Redewendungen - von wem? Von wann?

Redewendungen


Woher stammen sie eigentlich?

 

Ja, woher stammen eigentlich die Redewendungen? Die meisten stammen aus dem Mittelalter. Da ist es ja fast schon ein Wunder, dass sie heute noch ein festes Fundament in unserem Sprachgebrauch haben. Man sagt sie, ohne sich großartig Gedanken zu machen, woher sie kommen. Dennoch ist es interessant, zu wissen, wie sie zu Stande gekommen sind. Darum dachte ich mir, dass wir sie ab und zu auf mettenhof.de erwähnen und die Herkunft erklären könnten.
So ist die erste Redewendung, Zeit ist Geld. Ausgerechnet diese Redewendung stammt nicht aus dem Mittelalter, sondern von Benjamin Franklin, der 1706 bis 1790 gelebt hat. Er prägte den Satz „time ist money“, also Zeit ist Geld. B. Franklin schrieb seinerzeit einen Ratgeber für junge Kaufleute, in dem dieser Satz eine große Rolle spielte. Goethe übersetzte ihn dann ins Deutsche. Aber bereits in der Antike hatte man erkannt, dass Zeit sehr wertvoll ist.

Immer der Nase nach stammt aus dem Mittelalter. Wenn sich früher Händler oder Gaukler nach dem nächsten Marktplatz erkundigten, sagte man ihnen oft, immer der Nase nach. Das war dann der Fall, wenn dieser Marktplatz sich auf einer Burg befand und diese einen Burggraben hatte. Dort wurden einfach die Fäkalien entsorgt. Und die stanken meilenweit, sodass sie auch noch in reichlicher Entfernung gerochen werden konnten. So folgte man der Geruchsspur, also immer der Nase nach.

 

 

Zeit ist Geld von Peter Freitag Pixelio.de 

 

 

Peter Freitag - pixelio.de

 

 

Das geht auf keine Kuhhaut stammt ebenfalls aus dem Mittelalter. Vor dem 13. Jahrhundert gab es noch kein Papier. Also schrieb man auf Pergament, das aus Schafs- oder Kalbshäuten gefertigt wurde. Zu dieser Zeit glaubten die Menschen, dass der Teufel ihre Sünden aufschrieb. Hatte nun jemand so viele Sünden auf sich geladen, dass sie nicht mehr auf eine Kalbshaut passten, ja nicht mal auf eine große Kuhhaut, so sagte man, das geht auf keine Kuhhaut.


 

 

 

 

 

 

 

 

Einen Zahn zulegen stammt auch aus dem Mittelalter. In den damaligen Burgküchen brannte immer ein großes Feuer, über dem Töpfe oder Kessel hingen. Die Töpfe und Kessel hingen an einer Kette, die verschieden hohe Zähne hatte, um die Höhe regulieren zu können. Sie waren den Zähnen eines Sägeblattes sehr ähnlich. Sollte das Essen nun etwas schneller gar werden, legte man einen Zahn zu. Also wurde der Kessel einen Zahn niedriger gehängt.

Text: Heidi Venker Redaktion mettenhof.de
Foto: Peter Freitag / Pixelio.de

 

 

 

 

 

 

 

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