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Der Internetauftritt für Mettenhof, dem grünen Kieler Stadtteil.
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Damit möglichst alle Kinder gleichberechtigt in der Kita oder Grundschule mitmachen können, gibt es verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten in der Landeshauptstadt Kiel. Diese erleichtern den Kindern und Familien nicht zuletzt auch den Wechsel von der Kita in die Grundschule.
Für Eltern mit Kindern, die einen besonderen Unterstützungsbedarf haben, ist die Gesetzeslage des Bundes oftmals eine große Herausforderung. Die Systematik der unterschiedlichen Sozialgesetzbücher und verschiedenen Leistungsbereiche ist für viele schwer verständlich. Diese unübersichtliche Lage erkennt selbst der Gesetzgeber an, indem er in den Kommunen sogenannte „Verfahrenslotsen" finanziert. Zusätzlich zum Einsatz von zwei Verfahrenslotsinnen sowie von Sprach- und Kulturmittler*innen will die Landeshauptstadt die Teilhabemöglichkeiten von Kindern in Kiel noch weiter stärken.
„Unser Ziel ist, dass alle Kinder die gleichen Teilhabe- und Bildungschancen haben", so Bürgermeisterin Renate Treutel. „Jedes Kind ist unterschiedlich und benötigt mehr oder weniger Unterstützung. Diese kann beim Kind aber nur ankommen, wenn Eltern die Wege dafür kennen. Mit einer neuen Elternbroschüre möchten wir diese ebnen."
Fachleute des Dezernates für Bildung und Jugend sowie des Schulamtes Kiel haben die leicht verständliche Broschüre für Eltern entwickelt. In dieser finden sich die jeweiligen Antragswege und Ansprechpartner*innen für eine mögliche Unterstützung, um Inklusion und Teilhabe in Kita und Grundschule für alle weiter voranzubringen.
Was kann ich als Elternteil tun, wenn mein Kind mehr Unterstützung in Kita oder Schule benötigt? Welche Angebote gibt es dafür in Kiel? Und wie und wo beantrage ich diese Unterstützung? Eltern und Multiplikator*innen erhalten einen Überblick auf dem Weg zur Hilfe.
Die Elternbroschüre ist in einfacher Sprache verfasst, damit sie gut verständlich ist. Die Broschüre wird über verschiedene Einrichtungen wie Kitas, Grundschulen, Erziehungsberatungsstellen, Eingliederungshilfe etc. verteilt – und auch digital unter www.kiel.de/uebergang. Sie ist zudem in Englisch, Türkisch, Arabisch, Russisch und Ukrainisch verfügbar.
Es ist weiterhin geplant, für die Fach- und Lehrkräfte eine ausführlichere Informationsbroschüre zu Kindern mit Unterstützungsbedarf zur Verfügung zu stellen, die weitere Hintergrundinformationen für Fach- und Lehrkräfte liefert.
Hilfsangebote ermöglichen Teilhabe
„Wir haben viele Angebote zur Inklusion und Teilhabe von Kindern", erklärt die Leiterin des Kieler Jugendamtes Franziska Berger. „Eltern müssen über einen Antrag jedoch dafür sorgen, dass ihr Kind davon auch profitieren kann. Ob heilpädagogische Förderung in der Kita, Schulbegleitung, schulische Assistenz oder Klassenbegleitungen – mit der Elternbroschüre vereinfachen wir Kompliziertes. Es ist wichtig, dass die Kinder so frühzeitig wie möglich gefördert werden." Die richtige Hilfe zur richtigen Zeit am richtigen Ort erhöhe angemessene Teilhabemöglichkeiten und die Chancen auf einen guten Platz in der Gesellschaft für das gesamte spätere Leben.
Kinder müssen verschiedene Entwicklungsaufgaben bewältigen. Können Kinder dies nicht zu gegebener Zeit vollziehen, weil sie nicht entsprechend gefördert werden, ist es sehr viel aufwändiger und anstrengender für das Kind und alle anderen Beteiligten, dies zu späterer Zeit nachzuholen. Je größer die Zeitspanne ohne erforderliche Unterstützung, desto größer die Gefahr, dass kein vollständiger Ausgleich mehr möglich ist und das Kind in seiner Biografie mit Entwicklungshemmnissen klarkommen muss. Für Kinder mit Beeinträchtigungen gilt dies in ganz besonderem Maße.
Die Landeshauptstadt Kiel verschreibt sich daher schon seit Jahren der Inklusion von Kindern und Jugendlichen: Besondere Rahmenbedingungen in Kitas gehören genauso dazu wie die Teilhabe von Kindern durch Angebote der Eingliederungshilfe in Kindertageseinrichtungen, Schulen und Ganztagsbetreuung.
Durch die Beratung der Fachkräfte des Kompetenzteams Inklusion direkt in den Kitas gewinnen diese Sicherheit sowohl im Umgang mit den Kindern als auch in der Begleitung von Erziehungsberechtigten. Gleichzeitig bekommen die Erziehungsberechtigten durch die Verfahrenslotsinnen praktische Unterstützung und Beratung. Dies ist ein Gewinn für alle Beteiligten, die so im Sinne der Kinder zusammenarbeiten können.
Zum Kompetenzteam Inklusion gehören auch die Sprach- und Kulturmittler*innen. Diese navigieren Eltern durch die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten und bieten zum Beispiel Begleitung bei Elterngesprächen oder auch die Unterstützung der Eingewöhnung des Kindes in der Kita an.
Inklusion im Schulalltag
Auch an Kieler Schulen stellt die inklusive Beschulung ein leitendes Prinzip schulischer Arbeit dar. Inklusion ist ein zentraler Bestandteil des schulischen Selbstverständnisses in Schleswig-Holstein und fest im Rahmenkonzept „Schule 2035 Gemeinsam Ziele erreichen – gemeinsam Schule gestalten" des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur (MBWFK) sowie im Qualitätsrahmen Schule verankert. Das Schulamt unterstützt die Schulen dabei, diese Leitlinien im Schulalltag konsequent umzusetzen.
Ein besonders gelungenes Beispiel für inklusiven Unterricht gibt es an der Gorch-Fock-Schule. In enger Kooperation mit der Lilli-Nielsen-Schule werden dort Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung gemeinsam mit ihren Mitschüler*innen unterrichtet. Ziel ist eine größtmögliche Teilhabe am schulischen Leben sowie das Lernen in gemeinsamer Verantwortung.
Der Unterricht wird durch Team-Teaching, individuell angepasste Lernangebote und die enge Zusammenarbeit von Regel- und Sonderpädagogik gestaltet. Damit setzt die Schule zentrale Qualitätsdimensionen des Qualitätsrahmens Schule um – insbesondere in den Bereichen Unterrichtsentwicklung, individuelle Förderung und professionelle Kooperation.
„Inklusion ist kein Zusatzauftrag, sondern ein grundlegendes Prinzip moderner Schule", betont Schulrat Michael Harder. „Sie gelingt dort besonders gut, wo Haltung, fachliche Kompetenz und verlässliche Rahmenbedingungen zusammenkommen. Unsere Kieler Schulen zeigen eindrucksvoll, dass gemeinsames Lernen Vielfalt nicht nur aushält, sondern davon profitiert." Die Gorch-Fock-Schule stehe dabei exemplarisch für eine inklusive Praxis, die sich konsequent an den landesweiten Vorgaben orientiere und zugleich die individuellen Bedürfnisse der Schüler*innen in den Mittelpunkt stelle.
Das Schulamt begleitet diesen Entwicklungsprozess durch personelle Ressourcen, gezielte Fortbildungsangebote und die Förderung multiprofessioneller Zusammenarbeit. Inklusion wird dabei als kontinuierlicher Prozess der Qualitätsentwicklung verstanden.
Verantwortlich für diesen Pressetext:
Landeshauptstadt Kiel, Pressereferat;
Pressesprecherin Kerstin Graupner
Redaktion dieser Meldung: Arne Ivers,
Telefon (0431) 901-2513;
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